Fachkräftemangel in der Altenpflege

Aktuell liegen in allen Bundesländern in den Gesundheits- und Pflegeberufen deutliche Fachkräfteengpässe vor. Insbesondere die Berufe in der Altenpflege gehören in Deutschland zu den Mangelberufen, die die höchsten Vakanzzeiten aufweisen. Vor diesem Hintergrund führte, angeregt durch die Fachkräfteinitiative Schleswig-Holstein, das Kompetenzzentrum für Fachkräftesicherung und Weiterbildung 2017/18 eine Befragung sowohl der Leitungen der Altenpflegeeinrichtungen als auch der Mitarbeitenden in der Altenpflege in Schleswig-Holstein durch. Ziel dieser beiden Befragungen war es herauszuarbeiten, welche Aspekte den Fachkräftemangel in den Einrichtungen verursachen oder verstärken.

Befragung der Einrichtungsleitungen

Bei der Befragung der Einrichtungsleitungen lag der Fokus auf der Identifizierung der Faktoren, die Einrichtungen ohne Fachkräftemangel von denen mit unterscheiden. Dabei gaben 69 Prozent der 249 befragten Führungskräfte an, dass ihre Einrichtung derzeit von einem Fachkräftemangel betroffen sei. Dieser führe laut 28 Prozent der Befragten dazu, dass die Einrichtung teilweise nur eingeschränkt geführt werden könne und 9 Prozent der Befragten gaben an, dass der Betrieb sogar dauerhaft eingeschränkt sei.

Welche Faktoren wirken sich positiv auf die Fachkräftesicherung aus?

  • strategische Personalentwicklung
  • eigene Ausbildung
  • hohes Maß an Engagement Ehrenamtlicher in der Einrichtung
  • hohe Zufriedenheit mit der Einarbeitung neuer Kräfte
  • hohe Zufriedenheit mit dem Austausch zwischen Leitungsebene und Mitarbeitenden

Welche Faktoren wirken sich negativ auf die Fachkräftesituation aus?

  • schlechte Erreichbarkeit der Einrichtung mit öffentlichen Verkehrsmitteln
  • hohes Ausmaß an Problemen, die aufgrund von Dienstplanänderungen entstehen
  • ambulante Einrichtungen sind stärker vom Fachkräftemangel betroffen als teilstationäre oder stationäre Einrichtungen

Befragung der Mitarbeitenden

Bei der Befragung der Mitarbeitenden lag der Fokus auf der Identifizierung von Faktoren, die einen zufriedenen von einem unzufriedenen Mitarbeiter unterscheiden. In der Umfrage zeigte sich, dass die Bereitschaft der Mitarbeitenden, auch in Zukunft in ihrer derzeitigen Einrichtung zu arbeiten, stark von der Zufriedenheit mit den Arbeitsbedingungen abhängt: 38 Prozent der 706 befragten Mitarbeitenden gaben an, sich nicht vorstellen zu können, in den nächsten drei Jahren noch im gleichen Beruf in derselben Einrichtung zu arbeiten. Aus dieser Gruppe gaben darüber hinaus 50 Prozent an, ganz aus dem Pflegeberuf ausscheiden zu wollen.

Welche Faktoren wirken sich negativ auf die Zufriedenheit der Mitarbeitenden aus?

  • Einsatz von Leiharbeit
  • hohe Mitarbeiterfluktuation bzw. -mangel und die daraus entstehenden Überforderungssituationen

Welche Faktoren wirken sich positiv auf die Zufriedenheit der Mitarbeitenden aus?

  • betriebliche Gesundheitsförderung
  • gute Erreichbarkeit der Einrichtung
  • verlässlicher Dienstplan
  • Unterstützung bei der Kinderbetreuung
  • aktive Einbindung in die Personalsuche

Weiterhin hat die Befragung gezeigt, dass eine höhere Gesamtzufriedenheit der Mitarbeitenden mit höherer Zufriedenheit in den einzelnen abgefragten Teilbereichen einhergeht. Dabei zeigte sich, dass nicht die Zufriedenheit mit der Bezahlung, sondern die Zufriedenheit mit der Dienstplangestaltung, der Vereinbarkeit von Freizeit und Beruf, den Arbeitszeiten und dem Betriebsklima am stärksten mit der Gesamtzufriedenheit korrelieren.

Eine Kurzzusammenfassung der Studie zum Download

Der komplette Branchencheck Altenpflege zum Download

Die komplette Auswertung der Befragung der Mitarbeitenden zum Download

 

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